• janice.allermann

Ohne Angst. Oder: ‘mentale und emotionale Gesundheit‘ praktizieren.

Angst ist eine für unser Überleben notwendige biologische Funktion. Aber beachte: Angst und vorsichtig sein sind nicht dasselbe. Man kann vorsichtig sein, ohne Angst zu haben.



Bevor ich mit dem eigentlichen Post anfange:


Ich sage nicht, dass man in der gegenwärtigen Situation nicht verantwortungsbewusst und vorsichtig sein sollte, nicht gut auf sich und andere achten sollte.


Sich auf dem Laufenden halten hinsichtlich derzeitiger Entwicklungen ist wichtig, ja absolut. Aber den Rahmen, in den man diese Informationen einbettet, die Haltung, mit der man diese Informationen aufnimmt, sind meiner Meinung nach umso wichtiger. Wenn man durch die Brille der Angst guckt, sieht die Gesamtsituation noch schlechter aus.



Angst schafft Anspannung und Stress für Geist und Körper. Wenn Angst auftritt, wechselt unser autonomes Nervensystem vom Parasympathikus (ruhen und verdauen) in den Sympathikus (Kampf oder Flucht). Der Körper wird auf intensive physische Aktivität, die bei anstehender Bedrohung von ihm benötigt wird, vorbereitet. Wenn die gefährliche Situation vorbei ist, reguliert sich das Nervensystem in den Sympathikus zurück – Gleichgewicht im Körper ist wieder hergestellt. So sollte es sein, wenn unser System gut funktioniert.


Problematisch wird es, wenn der Verstand ständig Ereignisse und Information als Gefahren einstuft. Dies führt dazu, dass uns Nervensystem dauerhaft im Sympathikus-Modus ist; der Schritt zurück findet nicht mehr statt. Dies hält den Körper auf einem konstant hohen Stresslevel – auf körperlicher Ebene zeigt sich dies als erhöhter Pulsschlag, stärkere Atmung, erhöhter Blutdruck, hohe Kortisol-Level (=Stresshormone). Auf lange Zeit kann dies zu schweren Erkrankungen führen – sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene (z.B. Diabetes, Herzprobleme, Bluthochdruck, Angstzustände, usw.).



Daher ist es besonders in diesen Zeiten wichtig, mentale und emotionale Gesundheit zu praktizieren.


Erliege nicht der Angst.
Bedenke, vorsichtig sein und für sich selbst und andere sorgen (= verantwortungsbewusst sein) ist nicht gleichzusetzen mit angstvoll sein. Angst ist in der gegenwärtigen Situation ein unnützer Zustand, welcher in unserem Organismus mehr Schaden anrichtet als Gutes tut. Angst ist ein Niederfrequenz-Geisteszustand.


Ich habe bei mir festgestellt, dass angstvolle Gedanken Futter für meine Angstzustände sind. Man kann es sich so vorstellen: Meine Angst(-zustände) sind wie ein kleines Monster, das in mir sitzt; es wächst und wird stärker, wenn angstvoll Gedanken in meinen Organismus gelangen. Wenn das Monster eine bestimmte Größe und Stärke erreicht, übernimmt es die Kontrolle. Meine Angst(-zustände) übernehmen die Kontrolle. Das fühlt sich nicht gerade gut an (du kannst mehr zu meinen Angstzuständen und Panikattacken hier lesen).


Für mich ist es sehr wichtig so genannte ‚mentale und emotionale Gesundheit‘ zu praktizieren. Dies bedeutet nicht, dass ich mich nicht über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halte; es bedeutet, dass, wenn ich merke, dass sich meine Gedanken um dieselben negativen Themen drehen und auf der Angstskala weit oben sind, ich Wege finde mich wieder in einen ruhigen und entspannten Zustand zurückzubringen. In dieser Situation angstvoll zu sein hilft weder mir, noch ändert es etwas an der Situation.



Strategien, die ich für meine eigene ‚mentale und emotionale Gesundheit‘ adoptiert habe:

1. Die Anzahl an Informationen, die ich konsumiere, limitieren. Ich merke, dass ich schnell überfordert bin mit der Flut an Entwicklungen und News. Manchmal fühlt es sich nach Angst an, häufig ist es aber einfach nur ein ‚zu viel‘ an Infos. Mein Gehirn (und mein Verstand) brauchen Zeit zum Verarbeiten und Integrieren; dafür bedarf es einer Pause von neuen Infos.

Ich praktiziere dies, indem ich:

  • Mich den Großteil des Tages von Social Media (und Medien im Allgemeinen) fernhalte

  • Bestimmte WhatsApp- und Telegram-Gruppen stumm schalte

  • Mit bedacht auswähle mit wem ich rede


2. Ablenkung – ja Ablenkung. Alle ‚Angstleute‘ wissen, dass Ablenkung Wunder bewirken kann. Befindet man sich in einer Angstspirale oder einer Panikattacke hilft der Rat ‚beruhig dich‘ absolut gar nichts (ich würde am liebsten jedem ins Gesicht hauen, der mir, wenn ich in einer Panikattacke bin, sagt ich solle mich beruhigen). Entweder man sitzt es einfach aus (eine Panikattacke dauert durchschnittlich ca. 20-30 min) oder man lenkt sich ab – lenkt die Aufmerksamkeit auf etwas anderes (> wo Aufmerksamkeit hinwandert, wandert auch die Energie hin).

Meine Lieblingswege um mich abzulenken (im Allgemeinen, nicht nur in der jetzigen Situation und nicht nur auf dem Höhepunkt meiner Angstzustände):

  • Körperliche Bewegung (Yoga, Joggen, am besten draußen in der Natur)

  • Buch oder Podcast, das sich mit einem komplett anderen Thema beschäftigt, lesen bzw. anhören (ich höre gerne spirituellen Krams, kann aber alles Mögliche sein)

  • Kochen und/oder Backen > jegliche handwerkliche Arbeit, die einen aus dem Kopf bringt, funktioniert

  • Mit positiv gestimmten motivierenden Menschen reden > sich mit Leuten verbinden

  • Yoga unterrichten – ich bin so auf die Aufgabe des Unterrichtens und meine Schüler*Innen fokussiert, dass keine mentale Kapazität für angstvolle Gedanken übrigbleibt



3. Dankbarkeit praktizieren. Dies bringt mich direkt zurück in den gegenwärtigen Moment und zu den tollen Dingen im Leben (und es ist superleicht und kann jederzeit überall gemacht werden):

  • Ich gucke mich um und/oder gucke (fühle) nach Innen und suche drei Dinge, für die ich dankbar bin

  • Ich habe grade eben praktiziert und ich bin dankbar für: die Sonne und den blauen Himmel, den Sitz hier im Bus, auf dem ich gerade sitze (es fühlt sich an als ob der Sitz mich in seinen Armen hält), meine Familie (ich bin gerade auf dem Weg zu ihnen)


4. Meditation. Oder: einfach mit dem Sitzen was grade ist. Dies funktioniert für mich nur, wenn ich sowieso schon eher ruhig und entspannt bin (wie gesagt: mitten in einer Panikattacke funktioniert es nicht – auf jeden Fall nicht für mich).

Ziel ist es nicht den Kopf von Gedanken zu befreien (was passieren kann und das wäre dann auch angenehm), sondern zu beobachten was auftaucht. Wenn man den Gedanken Raum gibt, kann der Verstand sie verarbeiten und es können neue Perspektiven entstehen.



Zusammenfassend: Gesundheit beinhaltet nicht nur körperliches Wohlbefinden; sondern auch mentales und emotionales Wohlbefinden. Durch meine Panikattacken und Angstzustände habe ich erfahren wie mächtig Gedanken sein können. Gedanken erschaffen unsere Realität. Was wir fortlaufend denken wird wahr werden.


Ungesunde Gedanken können unser allgemeines Wohlbefinden beeinträchtigen. Achte gut auf deine Gedanken, deine mentale und emotionale Gesundheit. Mentales und emotionales Wohlbefinden ist ebenso wichtig wie körperliches Wohlbefinden.



Wenn du hierbei Probleme hast, schreib mich gerne an.




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