• janice.allermann

Produktivität = Selbstwert

In unserer westlichen Gesellschaft wird der Wert eines Menschen anhand seiner Produktivität gemessen. Nur wer leistet, und zwar einen Beitrag zur Gesellschaft (in Form von Arbeit, Steuern zahlt, etc.), ist in den Augen vieler auch etwas Wert.


Unsere heutige Gesellschaft – gefangen in dieser Produktivitätsdoktrin – treibt die einen zu mehr Leistung an und lässt die anderen unter diesem Druck zerbrechen.


Hohe Produktivität = Hoher Selbstwert.

Niedrige Produktivität = Niedriger Selbstwert.


Ende April dieses Jahres kehrte ich nach acht-monatigem Auslandsaufenthalt (hauptsächlich Arbeiten, weniger Freizeit) wieder zurück nach Deutschland. Zurück in mein Elternhaus. Ohne Arbeit. Ohne Verpflichtungen. Der Plan: Meine Selbstständigkeit vorbereiten. Es folgte eine Phase von geringer Produktivität (gemessen an gesellschaftlichen Standards) und es dauerte nicht lange bis Unzufriedenheit, innere Unruhe und sogar ein schlechtes Gewissen auftauchten. Ich fühlte mich schlecht, weil ich nichts leistete.


Jeder der mit dem Denken „Produktivität = Selbstwert“ aufgewachsen ist und dieses verinnerlicht hat, und dann eine Phase durchmacht, in der es ihm nicht gut geht (ganz gleich ob physisch oder psychisch) oder eine Phase der Veränderung durchmacht (beruflich oder privat) und dadurch zu weniger Leistung in der Lage ist, kennt diese Gedanken und Gefühle.


Unsere nach Leistung und Produktivität strebende Gesellschaft hat uns beigebracht, dass man nur etwas Wert ist, wenn man arbeitet, Geld verdient, „seinen Beitrag leistet“. Es fällt unheimlich schwer den Glaubenssatz „Produktivität = Selbstwert“ abzulegen, sich wirklich von ihm zu befreien.


Denn wo soll ich sonst meinen Selbstwert hernehmen?


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Je mehr ich über dieses Thema nachgedacht und verschiedenste Beiträge gelesen, Talks angehört habe, reifte ein neuer Ansatz in mir:


Wir müssen zurück finden zu unserem natürlichen Selbstwertgefühl. Als Kind hatten wir das alle mal. Je älter wir wurden (je mehr die westliche Gesellschaft mit ihrer Produktivitätsdoktrin Einfluss auf uns genommen hat), desto mehr wurde unser Selbstwertgefühl von externen Faktoren abhängig. Der Gedanke „fehlerhaft zu sein“ verfestigte sich, das Bestreben entstand etwas zu leisten und dadurch „besser“ zu werden.


In anderen Teilen der Welt leben Menschen nach einer anderen Vorstellung: Du bist wertvoll, egal wie viel oder wie wenig du in deinem Leben erreichst. Externe Faktoren bestimmen nicht deinen Selbstwert, dein Wert ist nichts was du dir im Laufe deines Lebens erarbeiten musst, du wirst damit geboren. Du brauchst nichts an dir zu verändern, so wie du bist, bist du perfekt, wertvoll.




Verändere deine Perspektive. Lass die Produktivitätsdoktrin hinter dir. Finde zurück zu deinem natürlichen Selbstwertgefühl. Für mehr Selbstliebe.



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