• janice.allermann

Zeit der Veränderung. Bremen Calling. Tschüss Berlin und danke.

Viele von euch wissen bereits, dass ich mich entschieden habe Berlin zu verlassen und zurück in meine Heimatstadt Bremen zu ziehen.

In diesem Blog-Post gebe ich dir ein paar Einblicke in meine Beweggründe.



Berlin vs. Bremen – ein hartes Battle, zumindest wenn ich die Jury bin.



Corona und die Maßnahmen des Lockdowns haben Berlin seine Vorteile genommen (bzw. das was ich als meine Berlin-Vorteile einstufe); zurück bleiben ein Haufen Nachteile (‚meine‘ Nachteile). Diese Nachteile gab es schon vorher, aber sie stechen jetzt noch viel mehr hervor, da es keinen ausgleichenden Gegenpol mehr gibt (oder zu wenig Gegenpol).


Berlins kollektive Energie, der Lärm, die nicht-existierende Stille, der Stress (ich rede von der Stadt Berlin, nicht dem Umland), halte ich immer schlechter und schlechter aus. Wann immer ich die Stadt verlasse um ein bisschen Zeit bei meinen Eltern in meiner Heimat zu verbringen, habe ich das Gefühl ich wäre im Urlaub; es ist so ruhig und friedlich dort. Wenn ich dann nach Berlin zurückkehre, spüre ich wie die Stadt mich mit ihren krassen Energien nach unten zieht. Ich brauche ein paar Tage um mich wieder dran zu gewöhnen, mein Toleranzlevel wieder aufzubauen, mein Schutzschild wieder aufzubauen. Dies ist allerdings nichts was ich machen möchte. Dies passiert ganz automatisch. Ich denke mein Organismus hält es für notwendig um sich zu schützen (um mich zu schützen). Als ob mein Organismus sagt: Ihr kollektiven Energien mit euren Höhen und Tiefen, ihr bleibt draußen, du Lärm und du Stress, ihr bleibt draußen. Ich lebe in einer Art schützender Blase – manchmal, weil ich es selbst gerne möchte, manchmal passiert es unbewusst.


Dies bedeutet außerdem, dass ich mich der Außenwelt gegenüber verschließe; mich in meinen inneren Zufluchtsort, meine Blase zurückziehe. Ich nehme meine Umgebung, die Welt um mich herum nicht mehr wahr; was nichts ist was ich gerne machen möchte, aber es fühlt sich notwendig an um mein inneres Gleichgewicht, mein Wohlbefinden aufrecht zu erhalten.


Versteh mich nicht falsch, ich liebe Berlin noch immer. Ich liebe meinen engen Freundeskreis hier, ich liebe die Yoga & Conscious Community hier, ich liebe Berlins Vielfalt und dass die Stadt mir das Gefühl gegeben hat, dass ich sein kann wer immer ich sein möchte, dass ich mich auch entscheiden kann anders zu werden und die Stadt in einem neuen Licht erleben kann.*


Berlin war die Stadt, in die ich gezogen bin als ich nach Deutschland zurück kam, nachdem ich fast 4 Jahre in Australien und Neuseeland gelebt hatte; wonach ich mich fühlte als könne ich gar nicht mehr in Deutschland leben. Die Jahre, die ich hier in Berlin verbracht habe (5 insgesamt, mit einigen kürzeren und längeren Reiseunterbrechungen), waren die transformativsten und selbstexpandierendsten Jahre meines Lebens (verglichen mit dem durch Verwirrung vernebelten Tal, dass den Großteil meiner zwanziger ausmacht).




Bremen war schon immer auf meiner Liste; ich wusste schon immer, dass ich eines Tages nach Bremen ziehen werde. In der Vergangenheit, wann immer ich für einen Besuch in Bremen war, dachte ich ‚noch nicht‘.


Doch jetzt ist der Zeitpunkt gekommen.


Corona und die Maßnahmen des Lockdowns mit der Konsequenz, dass es mir zurzeit nicht möglich ist meinen Yogalehrertraum (so wie ich in mir vorgestellt habe) auszuleben, haben es mir sehr viel leichter gemacht diese Entscheidung zu treffen.


Wie schon gesagt, meine Berlin-Vorteile sind nicht mehr von meinen Berlin-Nachteilen übertroffen. Selbstverständlich hat Bremen dieselben Regulierungen bezüglich Yoga unterrichten, aber mein größter Berlin-Nachteil (welchen meiner Meinung nach allen größeren Städten teilen: kollektive Energie, Lärm, Stress), sind deutlich weniger präsent in Bremen. Bremen ist ein großes Dorf 😉 Im Vergleich zu Berlin ist Bremen nicht mal eine richtige Stadt. Nach Bremen zu ziehen, ermöglicht es mir außerdem näher an meiner Familie dran zu sein, was etwas ist nach dem ich mich schon lange sehne.


In Berlin zu leben ohne meine Yogalehrervision wirklich auszuleben, hat mich die letzten Wochen/Monate runtergezogen und fühlt sich nach Stillstand und Ohnmacht an. Ich weiß, dass ich nicht die einzige bin, der es so geht, aber das macht es nicht besser. Es bedeutet auch nicht, dass ich darauf warten muss, dass sich die Situation und die Umstände ändern, die Maßnahmen wieder gelockert werden und die Yoga-Studios ihre Türen wieder öffnen dürfen. Nein, ich muss darauf nicht warten. Wenn ich möchte, dass sich etwas ändert, ist darauf warten nichts was etwas bewirkt. Wenn ich möchte, dass sich etwas ändert, muss ich die Veränderung anstoßen, muss ich die Veränderung sein.


Dies war meine große Erkenntnis, mein AHA-Moment:


ICH KANN ETWAS VERÄNDERN. ICH MUSS NICHT IN DIESER SITUATION BLEIBEN.

Und meine innere Stimme flüsterte ‚Bremen‘.


Einfach. Dies ist die Veränderung. Ich bin mir nicht sicher wo mich das hinführen wird, aber das ist auch nicht wichtig. Der Aufschwung an Energie, den ich fühle seitdem ich diese Entscheidung getroffen habe, ist riesengroß. Kreative Energie ist frei geworden und in Bewegung gekommen. Ich fühle mich frei und leicht. Es ist das gleiche Gefühl, dass ich kurz vor einer anstehenden Reise bekomme. Es ist es ein tiefes Wissen darum, dass ein neues Abenteuer ansteht und dass egal was kommt, aufregend sein wird.








Zeig´s mir Bremen.

Berlin ich liebe dich noch immer.














*Dies sind keine Qualitäten, die nur Berlin als Stadt hat. Jeder Ort kann dies für einen sein. Hier geht’s nur um meine eigene persönliche Erfahrung.


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